Volkstrauertag: Stadtverwaltung gedenkt gemeinsam mit Partnerstädten den Kriegstoten
Traditionell gedenkt die Stadt Kornwestheim am Volkstrauertag gemeinsam mit Gästen aus den Partnerstädten den zahllosen Opfern der beiden Weltkriege und Menschen, die noch heute weltweit von Krieg und Gewalt betroffen sind. Auch in diesem Jahr waren Vertreterinnen und Vertreter aus den Partnerstädten Weißenfels (Sachsen-Anhalt) und Eastleigh (Großbritannien) angereist.
"Vor 80 Jahren endete der Zweite Weltkrieg. Dieser Krieg brachte unermessliches Leid über Europa und die Welt. Auch hier in Kornwestheim hat er unweigerlich Spuren hinterlassen – in der Geschichte unserer Stadt, in den Biografien von Familien, in der Erinnerung älterer Generationen", sagte Oberbürgermeister Nico Lauxmann in seiner Begrüßung an die Gäste in der Aussegnungshalle.
"Wir erinnern heute an die Menschen, die in diesem Krieg ihr Leben verloren haben. Aber wir erinnern auch daran, was Krieg bedeutet – wie schnell Menschlichkeit verloren gehen kann, wenn Hass, Nationalismus und Gewalt die Oberhand gewinnen. Es ist unsere gemeinsame Aufgabe und Verpflichtung, die Erinnerung an diese Zeit wachzuhalten. Das Gedenken mahnt uns: Frieden ist niemals selbstverständlich. Er muss geschützt, verteidigt und gestaltet werden", appellierte Lauxmann.
Neben den angereisten Personen aus den Partnerstädten waren auch Vertreterinnen und Vertreter des Gemeinderates, der Reservistenkameradschaft, der Kirchen und des Sozialverbands VdK, Schülerinnen und Schüler der Theodor-Heuss-Realschule sowie ein Schüler des Ernst-Sigle-Gymnasiums zur Gedenkfeier gekommen.
Viele Beteiligte tragen zu bewegender Feier bei
Eine Bereicherung für die Feier war auch in diesem Jahr der Beitrag der Schülerinnen und Schüler der Theodor-Heuss-Realschule, die das Schicksal der Tante eines Kornwestheimer Bürgers und Amateurfilmers Aufgriff. In einem berührenden, von der Schulband selbst geschriebenen Lied und mit zahlreichen Informationen rund um die Frau, die Ende 1940 aufgrund ihrer unfallbedingten Behinderung dem grausamen Euthanasieprogramm der Nationalsozialisten zum Opfer fiel, brachen die Schülerinnen und Schüler ganz konkret auf eine Biografie hinunter, welche Auswirkungen der Krieg für sie hatte. Musikalisch umrahmt wurde die Gedenkfeier vom Großen Blasorchester der Städtischen Orchester Kornwestheim e.V..
Bei der abschließenden Kranzniederlegung am Mahnmal auf dem Friedhof trug Luca Waldenmaier, Schüler des Ernst-Sigle-Gymnasiums, das Totengedenken vor. Ulrich Theophil, Pfarrer der Evangelischen Kirche Kornwestheim, sprach ein Gebet.
Partnerstadt hatte bereits in der Vorwoche eingeladen
Schon im Vorfeld hatte sich die Stadtverwaltung ein spannendes und vor allen Dingen abwechslungsreiches Programm für die Gäste aus den Partnerstädten überlegt. Am Samstag besuchten sie in Stuttgart das Mercedes-Benz-Museum, anschließend nahmen sie an einer Tour durch die MHP-Arena teil. Der Besuch des Wohltätigkeitskonzerts der Städtischen Orchester, der Gottesdienst in der evangelischen Martinskirche und ein Besuch der Ausstellungen im Museum im Kleihues-Bau rundeten das Rahmenprogramm ab.
Schon in der Vorwoche war Bürgermeisterin Martina Koch-Haßdenteufel nach England zum Remembrance Day des Borough auf Eastleigh gereist und nahm dort an den beeindruckenden Feierlichkeiten vor Ort teil.