Oberbürgermeister Nico Lauxmann (rechts) durfte Franz Scheuermann die Philipp-Matthäus-Hahn-Medaille verleihen.
Oberbürgermeister Nico Lauxmann (rechts) durfte Franz Scheuermann die Philipp-Matthäus-Hahn-Medaille verleihen.

Franz Scheuermann erhält die Philipp-Matthäus-Hahn-Medaille der Stadt Kornwestheim

Sie ist die höchste Auszeichnung, die die Stadt Kornwestheim vergibt: die Philipp-Matthäus-Hahn-Medaille. Am Dienstagabend, 14. April 2026, hat Oberbürgermeister Nico Lauxmann die Medaille im Rahmen eines Festakts im Rathausfoyer vor rund 60 geladenen Gästen an Franz Scheuermann verliehen.

Gewürdigt werden damit Persönlichkeiten, die sich in besonderer und hervorragender Weise jahrzehntelang ehrenamtlich um das Gemeinwohl in Kornwestheim verdient gemacht haben. Der Gemeinderat hatte den Beschluss zur Auszeichnung von Franz Scheuermann am 11. Dezember 2025 einstimmig gefasst.

"Franz Scheuermann ist eine Persönlichkeit, die nicht nur über gesellschaftlichen Zusammenhalt spricht, sondern ihn Tag für Tag lebt", betonte Oberbürgermeister Nico Lauxmann in seiner Laudatio. "Sein Engagement ist kein Projekt auf Zeit, sondern eine Lebensaufgabe. Er steht für Verlässlichkeit, gelebte Nächstenliebe und ein Miteinander, das unsere Stadt spürbar prägt."

Oberbürgermeister Lauxmann ging in seiner Rede auch auf die gesellschaftliche Bedeutung des Ehrenamts ein: "Wir erleben leider, dass Egoismen zunehmen und das Miteinander abnimmt. In einer Zeit, in der sich immer weniger Menschen dauerhaft für andere einsetzen, ist es ein großes Glück für unsere Stadt, jemanden wie Franz Scheuermann in unserer Mitte zu wissen. Er zeigt, wie überzeugend und wirksam freiwilliges Engagement sein kann – still, beständig und voller Substanz." 

Geehrter spielt eine zentrale Rolle in der Ökumene Kornwestheims

Seit mehr als 25 Jahren präge er das kirchliche Leben in Kornwestheim mit und spiele eine zentrale Rolle in der Ökumene. 2004 gründete er gemeinsam mit Jacqueline Avagliano den Tafelladen in Kornwestheim, in dem Bedürftige an zwei Tagen in der Woche Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs zu vergünstigten Preisen erhalten. Nur wenig später entstand das Kleiderstüble als weiteres niedrigschwelliges Angebot: gut erhaltene Kleidung, Bettwäsche und Handtücher können dort zweimal wöchentlich für kleines Geld erworben werden.

Im Jahr 2007 kam das Martinistüble als drittes Angebot hinzu. Einmal in der Woche öffnet der Martinisaal seine Türen für einen warmen Mittagstisch zu günstigen Preisen – offen für alle. Damit werden nicht nur überschüssige Lebensmittel gerettet, sondern auch Begegnung, Gemeinschaft und Teilhabe ermöglicht.

Scheuermann widmet die Auszeichnung seinen Mitstreiterinnen und Mitstreiter

Weil ein solch großes Angebot nicht alleine zu stemmen ist, erklärte Franz Scheuermann gleich zu Beginn seiner Dankesworte: "Ich nehme diese Ehrung stellvertretend für alle entgegen, die dieses Engagement überhaupt möglich machen", betonte er. "Ohne die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die Spenderinnen und Spender, die Discounter, den Lions Club, die Tafel in Ludwigsburg, die verschiedenen christlichen und muslimischen Glaubensgemeinschaften in Kornwestheim, die Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde und meiner Familie wären die unterschiedlichen Hilfsangebote, die wir auf die Beine gestellt haben, gar nicht umsetzbar." 

Seinen ganz besonderen Dank richtete Scheuermann an Jacqueline Avagliano und Marco Maier, Geschäftsführer der ökumenischen Sozialstation, "für die sehr gute Zusammenarbeit und große Unterstützung. Nur dank all dieser Menschen kann unser Wahlspruch 'Komm, wir teilen miteinander' – die Abkürzung KTM steht für das Kleiderstüble, den Tafelladen und den Mittagstisch – mit Leben gefüllt werden und so unser Christsein nach außen gelebt werden. Ganz im Sinne des heiligen Martinus und des heiligen Franziskus."

Oberbürgermeister Lauxmann überreichte Franz Scheuermann die Philipp-Matthäus-Hahn-Medaille sowie die dazugehörige Anstecknadel und fasste noch einmal zusammen: "Lieber Herr Scheuermann, Sie haben die Menschen im Blick – und zwar besonders diejenigen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Sie binden ein, statt auszugrenzen. Sie verbinden, statt zu trennen. Dafür danken wir Ihnen von Herzen." Ein Stehempfang rundete die Veranstaltung, die vom Streichensemble der Musikschule rund um Lara Hopf (Violine), Nora Tiebel (Violine) und Johanna Groen (Viola) musikalisch untermalt wurde, ab.