Kimry

Die Städtepartnerschaft zwischen Kimry und Kornwestheim, die seit 1991 besteht, hat sich trotz unterschiedlicher Tradition, verschiedener Sprachen und einer Entfernung von rund 2.500 km von Anbeginn in beachtlicher Weise entwickelt.

Kimry hat ca. 50.000 Einwohner. Es liegt an beiden Ufern der Wolga, ungefähr 120 km nördlich von Moskau. Der ursprüngliche Ort dehnt sich auf dem linken Ufer der Wolga aus, während sich das "neuere Kimry" auf der gegenüberliegenden Flussseite befindet, geprägt durch bedeutende Industrieunternehmen, insbesondere durch Maschinenbau.

Sehenswürdigkeiten

Drama Theater, Erinnerungsstätte des berühmten Flugzeugkonstrukteurs Andrey Nikolaevich Tupolev.
Der durch Handel und Wandel einst sehr wohlhabende Ort weist zahlreiche architektonisch interessante Bauten aus dem 17. und 18.Jahrhundert auf. In Kimry herrscht eine Atmosphäre des „alten“ Russland vor mit seinen historischen Holzhäusern neben modernen Gebäuden und der entwickelten Industrie.

Bedeutung

Kimry ist bekannt als Stadt der Schuhmacher und Maschinenbauingenieure. Im 18. Jahrhundert begann sich in Kimry das Schuhhandwerk zu entwickeln, das sich hier bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts so weit verbreitete, dass im Ort mehrere Schuhfabriken entstanden. Neben der bis heute aktiven Schuhindustrie ist Kimry geprägt durch bedeutende Industrieunternehmen, wie Textilfabriken, Holzverarbeitung, aber insbesondere durch den Maschinenbau. Aufgrund landschaftlich attraktiver Lage gewinnt auch der Tourismus zunehmend an Bedeutung.

Wappen

Auch auf dem Stadtwappen von Kimry ist die Bedeutung des Schuhhandwerks für die Stadt sichtbar: dort ist ein russisches Schiff zu sehen, das auf der Wolga schwimmt, welche auf der Abbildung als eine Reihe von Schuhpaaren stilisiert ist.

Geschichtliche Vergangenheit

Das Gebiet von Kimry war bereits in frühesten Zeiten besiedelt, denn das Wolgagebiet versorgte seine Bewohner mit reichen Naturschätzen. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes datiert aus dem Jahre 1097. Kimry kann auf eine große Tradition in der Schuhproduktion verweisen. Schuhe wurden sowohl für die Armee, als auch für den Zarenhof hergestellt. Im Jahre 1917 erhielt Kimry die Stadtrechte mit allen damit verbundenen Privilegien.

Mit Weißenfels und Kimry verbindet Kornwestheim die lange Schuhtradition. In Kimry wurden sowohl Schuhe für den Zarenhof als auch für die Armee gefertigt. In Weißenfels bestand bereits seit 1445 eine Schuhmacherzunft; im 19. Jahrhundert wurde die Stadt infolge zahlreicher Arbeiten und Fabriken zur Schuhmetropole Preußens.

Entstehung der Partnerschaft

Kornwestheim erhielt auf Antrag einer Partnerschaft mit Weißenfels zunächst eine Absage. Daraufhin setzte die Stadt sich in der Hoffnung auf eine russische Partnerstadt 1985 mit der sowjetischen Botschaft in Bonn in Verbindung, die die Anfrage an die zuständige Stelle in Moskau weiterleitete.

Im Oktober 1986 besuchte eine Delegation aus der UdSSR Kornwestheim im Rahmen der „Tage der Sowjetunion in Württemberg“. 1989 wurde der Stadt eine Partnerschaft mit Kimry an der Wolga vorgeschlagen. Der damalige Oberbürgermeister Ernst Fischer, die Stadträte Dr. Karl Lang und Siegbert Hörer nahmen an der deutsch-sowjetischen Städtepartnerschaftskonferenz in Alma-Ata im November 1989 teil und knüpften erste Kontakte zu Vertretern der Stadt Kimry.

Im Januar 1990 stattete erstmals eine offizielle Delegation aus Kimry Kornwestheim einen Besuch ab. Der Gegenbesuch aus Kornwestheim fand im Juni des gleichen Jahres im Zuge des dortigen Stadtfestes statt. Beide Seiten waren einer Partnerschaft nicht abgeneigt. Im Juli 1991 beschloss der Gemeinderat einstimmig den Abschluss einer Städtepartnerschaft mit der Stadt Kimry.

Die offizielle Feiern mit Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunden fanden am 14. September in Kimry und am 19. Oktober 1991 in Kornwestheim durch die beiden damaligen Stadtoberhäupter Wjatscheslaw Uschakow und Ernst Fischer statt.

Es war zwar ursprünglich nicht geplant, gleich zwei weitere Partnerschaften einzugehen, man wollte jedoch weder die Weißenfelser noch die Kimryer vor den Kopf stoßen. Mit beiden Städten wurden schließlich erfolgreiche Gespräche geführt. Der damalige Oberbürgermeister Fischer sah dieses Ereignis Zeit seines Lebens als Glücksfall an.

Schüleraustausch, musikalische Begegnungen der Musikschulen mit gemeinsamen Konzerten vermittelten jungen Menschen von Beginn der Partnerschaft einen Eindruck vom anderen Land. Vereine mit kultureller Zielsetzung weilten zu Gast bei ihren Partnergruppen. Sie brachten bei gemeinsamen Auftritten den Bürgerinnen und Bürgern kulturelle Vielfalt nahe. Die beiden Stadtorchester belebten mit Platzkonzerten die Stadtfeste und machten deutlich, dass "Musik verbindet". Einbezogen in die Kontakte waren von Anbeginn auch die Kirchen, die sich in hohem Maße für die Verständigung einsetzten, und an den jeweiligen Volkstrauertagen nahmen in den letzten Jahren auch Abordnungen beider Städte teil. Regelmäßige Ausstellungen in beiden Städten veranschaulichten mit verschiedenen Themen Leben und Arbeiten in den beiden Partnerstädten Kornwestheim und Kimry an der Wolga.

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Leitung Abteilung Geschäftsstelle Gemeinderat, stv. Leitung Stabsstelle Gremien- und Öffentlichkeitsarbeit

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Aufgaben:

Gremienarbeit, Koordination des kommunalen Sitzungsdienstes, Sitzungsplanung, Ratsinformationssystem für die Mitglieder des Gemeinderats und Verwaltungsmitarbeiter sowie über das Internet für die Öffentlichkeit, Klärung von Rechtsfragen auf kommunaler Ebene, Organisation von Veranstaltungen, Empfängen und Auzeichnungen

Weitere Informationen

Bei Fragen rund um die Städtepartnerschaften wenden Sie sich bitte an die Stabsstelle Gremien- und Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Kornwestheim.