Im Teilprojekt 5 wurde unter anderem eine Diskussionsrunde zum Europatag an der Theodor-Heuss-Realschule umgesetzt, bei der sich die Schülerinnen und Schüler mit zahlreichen Fragen und Impulsen einbrachten.
Im Teilprojekt 5 wurde unter anderem eine Diskussionsrunde zum Europatag an der Theodor-Heuss-Realschule umgesetzt, bei der sich die Schülerinnen und Schüler mit zahlreichen Fragen und Impulsen einbrachten.

StadtDialog stärkt Beteiligung und bringt konkrete Verbesserungen auf den Weg

Mit dem "StadtDialog – JETZT! Perspektiven für unsere Stadt" hat die Stadt Kornwestheim in fünf Teilprojekten unterschiedliche Ansatzpunkte gewählt, um Demokratie und Miteinander in der Stadt zu stärken. Die bisherige Projektstruktur wird zum Jahresende abgeschlossen. Viele angestoßene Maßnahmen werden in den zuständigen Fachbereichen jedoch auch in Zukunft weitergeführt.

Im Rathaus ermöglicht ein Abholterminal seit Dezember 2025 die zeitunabhängige Abholung von Dokumenten. Dies war allerdings nur eine von vielen Maßnahmen, die im Teilprojekt 1, "Bürokratieabbau und Digitalisierung", in die Umsetzung gingen. Darüber hinaus wurden verschiedene Verwaltungsleistungen so digitalisiert, dass sie nun orts- und zeitunabhängig online beantragt werden können. Dieses umfangreiche Angebot soll auch in Zukunft – wo immer möglich – ausgebaut werden. Zudem wurde das E-Payment eingeführt und im Laufe des ersten Quartals 2027 soll ein Chatbot auf der städtischen Homepage integriert werden, der die Bürgerinnen und Bürger im Austausch zu den richtigen Informationen führt und damit die Nutzung weiter erleichtert. Zudem wurde die Buchung von Hallenzeiten digitalisiert, sodass insbesondere Vereine durch eine Web-Applikation unkompliziert Reservierungsanfragen stellen können und eine gute Übersicht über verfügbare Zeiten erhalten.

Im Teilprojekt 2, "Wirtschaftsförderung und IHK-Kooperation", stand eine Befragung von Unternehmen im Fokus, die konkrete Anliegen der Wirtschaft sichtbar machte und Ansatzpunkte für Verbesserungen bei Verwaltungsabläufen und Zusammenarbeit lieferte. Zudem können Bauanträge nun digital über das virtuelle Bauamt abgewickelt werden. Die persönliche Bau-Vorbesprechung ergänzt das digitale Verfahren, sodass Fragen frühzeitig geklärt und somit Verzögerungen bestmöglich vermieden werden können. Eine angedachte RAL-Zertifizierung soll nach der Konsolidierung des städtischen Haushalts geprüft werden.

Im Rahmen des Praxiskonzepts Integration das die Zielsetzung verfolgte, Asylbewerberinnen und Asylbewerber im Rahmen des gesetzlichen Auftrags zur gemeinnützigen Arbeit zu verpflichten, konnte eine von ursprünglich sechs Personen in eine dauerhafte sozialversicherungspflichtige Beschäftigung geführt werden. Die Stadt Kornwestheim war dabei die erste Kommune im Landkreis Ludwigsburg, die diese Gesetzesgrundlage in die Umsetzung gebracht hat. Dieses Teilprojekt 4 hat gezeigt, wie aus einem städtischen Einsatzplan eine langfristige berufliche Perspektive entstehen kann. Da die Stadt Kornwestheim aufgrund der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Baden-Württemberg von der Aufnahme weiterer Asylsuchender befreit ist, haben sich darüber hinaus keine weiteren Gelegenheiten zur Umsetzung ergeben, sodass dieses Teilprojekt als abgeschlossen gilt. Die Erfahrungen aus diesem Arbeitsbereich wurden im Sinne des Wissenstransfers in einem Praxiskonzept zusammengeführt und an Abgeordnete sowie Ministerinnen und Minister kommuniziert. 

Auch Jugendliche konnten ihre Perspektiven direkt einbringen – und zwar durch Formate im Teilprojekt 5, "Kooperation mit Schulen – Bildung und Demokratieförderung": Bei Veranstaltungen zur Landtagswahl mit 160 Schülerinnen und Schülern sowie Kandidatinnen und Kandidaten, zum Europatag im Rahmen eines Diskussionsformats mit Oberbürgermeister Nico Lauxmann und Gemeindetagspräsident Steffen Jäger sowie beim Aktionstag "Schule trifft Rathaus". Dabei diskutierten die Jugendlichen mit politischen Verantwortlichen und entwickelten eigene Ideen. In dieses Teilprojekt eng eingebunden war auch die Jugenddelegation Kornwestheim (JuDeKo).

Ein wichtiger nächster und bislang noch ausstehender Schritt ist die Bürgerumfrage des Teilprojekts 3, "Bürgerumfrage, Bürgerdialog und Generationsgerechtigkeit", die aufgrund der Haushaltslage von 2026 auf das Frühjahr 2027 verschoben wurde. Rund 6.000 Haushalte sollen hierfür gezielt angeschrieben werden; unabhängig davon können alle Einwohnerinnen und Einwohner Kornwestheims ab 16 Jahren sowohl digital als auch analog an der Umfrage teilnehmen. Die Ergebnisse sollen im Sommer 2027 bei einem öffentlichen Bürgerdialog vertieft und zu 15 priorisierten Handlungsfeldern gebündelt werden.

"Der StadtDialog zeigt, was möglich wird, wenn wir zuhören, neue Wege ausprobieren und die Perspektiven der Menschen vor Ort ernst nehmen", resümiert Oberbürgermeister Nico Lauxmann. "Mit dem Abschluss der Projektstruktur endet nicht die Arbeit: Was sich bewährt hat, führen unsere Fachbereiche und Stabsstellen weiter. Und mit der Bürgerumfrage und dem Bürgerdialog wollen wir 2027 erneut erfahren, was Kornwestheim bewegt und diese Erkenntnisse in unsere tägliche Arbeit integrieren."

(Erstellt am 02. November 2026)