
Stadt Kornwestheim richtet Videoüberwachung an ausgewählten Standorten ein
Die Stadt Kornwestheim will Vandalismus an städtischen Gebäuden wirksam eindämmen und zieht daraus – wie bereits im nach dem Brand in der Philipp-Matthäus-Hahn-Gemeinschaftsschule – Konsequenzen: Voraussichtlich ab Mitte November werden ausgewählte städtische Gebäude und Einrichtungen im Außenbereich videoüberwacht.
Insgesamt 22 Kameras werden dafür aktuell installiert. Sie werden künftig über einen zentralen Server und eine gesicherte Verbindung betrieben. Wichtig dabei: Für die geplante Videoüberwachung stehen Datenschutz und Persönlichkeitsrechte im Mittelpunkt. Nach dem vorgestellten Konzept soll keine Live-Überwachung zur Verhaltenskontrolle stattfinden. Aufzeichnungen sollen ausschließlich zur Beweissicherung nach einem Vorfall ausgewertet werden. Das System ist somit kein Instrument der Überwachung, sondern ein digitaler Zeuge, der nur dann ausgewertet wird, wenn ein Schaden entstanden ist.
In den vergangenen Jahren hatten sich Schäden an öffentlichen Gebäuden gehäuft. Betroffen waren insbesondere Schulen, das Haus der Musik und mehrere Sporthallen. Besonders schwer wiegt der erwähnte Brandanschlag auf die Philipp-Matthäus-Hahn-Gemeinschaftsschule. Für die Beseitigung der Brandschäden mussten rund 250.000 EUR aufgebracht werden; weitere Vandalismusschäden seit Anfang 2025 verursachten Sanierungskosten in Höhe von zirka 60.000 EUR.
"Sachbeschädigungen sind kein Kavaliersdelikt. Sie verursachen hohe Kosten und beeinträchtigen das Sicherheitsgefühl der Menschen, die diese Gebäude nutzen", betont Oberbürgermeister Nico Lauxmann. "Dass öffentliche Einrichtungen und gerade Schulen, die zwingend ein sicherer Lernort für junge Menschen sein müssen, von Vandalismus betroffen sind, können und werden wir nicht hinnehmen. Deshalb haben wir nach einer gesetzlichen Lockerung direkt überprüft, in welchem Rahmen eine Videoüberwachung möglich ist und umgehend gehandelt", so der Oberbürgermeister. Für die Umsetzung dieser Maßnahme hatte der Gemeinderat 94.000 EUR bereitgestellt.
Videoüberwachung ist jedoch nicht die einzige Antwort auf Vandalismus, kann jedoch stark dazu beitragen, Vandalismusvorfälle aufzuklären. Deshalb prüft die Stadtverwaltung aktuell auch eine Videoüberwachung im Bahnhofsbereich, der ebenfalls immer häufiger von Vandalismus und Vermüllung betroffen ist. Oberbürgermeister Nico Lauxmann, Erster Bürgermeister Daniel Güthler und Bürgermeisterin Martina Koch-Haßdenteufel hatten sich davon zuletzt selbst ein Bild gemacht und die Prüfung anschließend in Auftrag gegeben. Darüber hinaus hat die Deutsche Bahn zuletzt ein Alkoholverbot für den Bahnhofsbereich ausgesprochen, das seit dem 15. Oktober 2026 greift und ebenfalls einen wichtigen Beitrag leisten soll, das Sicherheitsgefühl zu erhöhen und die Situation vor Ort zu verbessern.