So soll das Ersatzbauwerk der Großen Pflugfelder Brücke nach seiner Fertigstellung aussehen.

Neue Brücke wird das größte Bauprojekt der nächsten Jahre

Die Tage der mehr als 110 Jahre alten Großen Pflugfelder Brücke sind gezählt. Sie soll durch einen Neubau ersetzt werden. Die Kosten für dieses Mammut-Projekt werden mit 22,5 Millionen Euro veranschlagt. Der Ausschuss für Umwelt und Technik hat in seiner jüngsten Sitzung den Planungen der Stadt Kornwestheim seine Zustimmung erteilt. Die Beschlussfassung steht in der nächsten Sitzung des Gemeinderates am Donnerstag, 30. September 2021, auf der Tagesordnung.

"Bei dem Ersatzbauwerk handelt es sich um eine der größten Baumaßnahmen in der jüngeren Geschichte der Stadt Kornwestheim", betont Oberbürgermeisterin Ursula Keck. Und damit meint sie nicht nur die Kosten, sondern auch die logistische Herausforderung, die mit der Umsetzung verbunden ist. Schließlich überspannt die knapp 200 Meter lange Brücke 16 Gleise, von denen neun elektrifiziert sind, also über Oberleitungen verfügen. Die Umsetzung der Baumaßnahme erfolgt in enger Abstimmung mit der Deutschen Bahn, schließlich sollen die Beeinträchtigungen für den Bahnverkehr auf ein Minimum reduziert werden. Erschwerend kommt hinzu, dass es unterhalb der Brücke keine Zufahrt für Baufahrzeuge gibt. Es werden riesige Kräne zum Einsatz gelangen und quasi aus der Luft gearbeitet. 

Bestehende Metallbrücke wird Stück für Stück zersägt

Bevor im Jahr 2024 mit dem Bau begonnen werden kann, muss das bestehende Bauwerk abgerissen werden. Auch das wird bereits eine Herausforderung. Stück für Stück wird die Metallkonstruktion zersägt. Allein die Entsorgung wird knapp drei Millionen Euro kosten.

Warum ist ein Neubau erforderlich? Bereits im Jahr 2012 sind bei einer routinemäßigen Kontrolle gravierende Mängel festgestellt worden. Der Zustand hat sich seitdem weiter verschlechtert, so dass im Jahr 2019 ein Netz unterhalb der Brücke als Schutz vor herabfallenden Teilen angebracht wurde. 

Land stellt Fördermittel in Höhe von zehn Millionen Euro in Aussicht

Vertreter/-innen des Regierungspräsidiums Stuttgart haben deutlich gemacht, dass sich auch durch eine Sanierung grundsätzliche Mängel, wie die Tragfähigkeit und die Breite des Bauwerks, nicht beseitigen lassen. Sowohl Fahrbahn als auch der Fußweg sind sehr schmal und entsprechen nicht den aktuellen Anforderungen. Das Land erteilte deshalb der finanziellen Förderung einer Sanierung eine deutliche Absage. Gleichzeitig wurde ein finanzieller Zuschuss bei einem Neubau in Aussicht gestellt. Hier handelt es sich um zirka zehn Millionen Euro. 

Wie sieht das Ersatzbauwerk aus? Die neue Brücke besteht aus zwei Teilen mit einer Länge von 40 und 90 Metern. Diese beiden Teile werden durch ein Dammbauwerk verbunden, das auf dem Gelände des ehemaligen Hundesportplatzes zwischen den Gleisen errichtet wird. Einen deutlichen Unterschied wird es bei der Optik geben. Bisher handelt es sich um eine Bogenbrücke mit einer prägnanten Stahlkonstruktion. Diese wird durch eine Betonbrücke mit Metallgeländer ersetzt. 

Fertigstellung spätestens im Dezember 2027

Profitieren werden in jedem Fall die Verkehrsteilnehmer/-innen. Das neue Brückenbauwerk verfügt über eine Fahrbahnbreite von sieben statt wie bisher fünf Metern. Darin enthalten sind Radwege für jede Fahrtrichtung. Auf der Südseite ist ein Fußweg mit einer Breite von 2,50 Metern vorgesehen. Interessante Ausblicke auf den zweitgrößten Rangierbahnhof Deutschlands sollen nach der Fertigstellung drei Aussichtsplattformen bieten. Spätestens im Dezember 2027 soll die neue Große Pflugfelder Brücke in Betrieb genommen werden. 

(Erstellt am 23. September 2021)