Alles andere als spielend leicht: Von der Buchhandlung zum weltweit tätigen Markenunternehmen

Der Ravensburger-Seniorchef Otto Julius Maier kommt am Freitag, den 27. Juni 2014, auf Einladung der Wirtschaftsförderung nach Kornwestheim

Der Ravensburger-Seniorchef Otto Julius Maier kommt am Freitag, den 27. Juni 2014, auf Einladung der Wirtschaftsförderung nach Kornwestheim

Der nächste Gast, der auf dem roten Sofa der WirtschaftsKultour Platz nimmt, dürfte sich am neuen Veranstaltungsort fast wie zuhause fühlen. Denn vor allem Spiele, von denen es in der Stadtbücherei im K fast 1.000 Stück gibt, sind die Welt von Otto Julius Maier. Er machte aus der Buchhandlung seines Großvaters, die sein Vater weiter zum Verlag ausgebaut hatte, spezialisiert auf Bücher mit praktischen Hilfestellungen, Vorlagenmappen für Bau- und Kunsthandwerk oder Ratgeberliteratur, der aber schon mit dem Spiel „Fang den Hut“ einen Erfolg gelandet hatte, einen weltweit bekannten Markenhersteller.

Sein Start in dem Familienunternehmen war dabei alles andere als einfach. Denn nach einer eigentlich harmlosen Operation starb Otto Julius Maiers Vater im Jahr 1952. Mit gerade einmal 21 Jahren musste er in dessen Fußstapfen treten und Geschäftsführer werden. Er hatte zwar eine Buchhandelslehre im elterlichen Verlag und anschließend verschiedene Praktika absolviert, verfügte aber über nur wenig Berufserfahrung. Viele Dinge über Unternehmensführung habe er erst lernen müssen, sagte Otto Julius Maier mal in einem Interview: „Aber das lehrt einen das Leben.“ Dennoch schaffte er es, seine Firma auch durch wirtschaftlich schwierige Zeiten zu führen und Fehlentscheidungen zu kompensieren. Geholfen haben dabei nicht nur engagierte Mitarbeiter, sondern auch erfolgreiche Spieleerfindungen und die Einführung des Puzzles. 1959 erschien das Memory, das bis heute über 50 Millionen mal verkauft wurde. Trotz seines hohen Alters ist das Gesellschaftsspiel alles andere als verstaubt, mittlerweile gibt es auch eine Version für Tablets. Auch der Seniorchef spielt den Klassiker immer wieder gerne, bekannte er jüngst.

Mit der Zeit zu gehen, war für Otto Julius Maier und seine Cousine Dorothee Hess-Maier, die 1978 in die Leitung einstieg, immer wichtig. Mit der Einführung der Vorschulen baute auch Ravensburger sein Segment der Lernspielprogramme aus. Anfang der Sechziger Jahre expandierte das Unternehmen nach Europa, passte seine Spiele den dortigen Märkten an und verschloss sich auch nicht neuen Technologien. Blieb dabei aber immer dem klassischen Spiel treu. Heute gibt es etwa eine Tablet-Version des Detektivspiels Scotland Yard mit einem Stadtplan in 3D-Optik, viele Puzzles haben ebenfalls die bisher übliche Dimension verlassen und ganz neue Produkte wie der Lernstift tiptoi sind dazugekommen.

Im vergangenen Jahr setzte die Ravensburger AG mit ihren Tochterunternehmen, unter anderem durch den Betrieb der Freizeiteinrichtungen, mit weltweit rund 1.700 Mitarbeitern 330 Millionen Euro um. Noch immer ist Otto Julius Maier mit dem Unternehmen eng verbunden. Nahezu täglich ist der heute 83-jährige Seniorchef, der sich nach 43 Jahren 1995 aus dem Verstand der AG zurückgezogen und seine Anteile seinen Kindern überschrieben hat, zu Besuch. Den Hut, den er 1952 gefangen und in dem Titel seiner vor kurzem erschienenen Biographie verewigt hat, lässt er so schnell also nicht los.

Beginn des Gesprächs mit Otto Julius Maier über die wechselvolle Geschichte von Ravensburger und sein eigenes Leben ist am Freitag, den 27. Juni 2014, um 20.00 Uhr in der Stadtbücherei im K. Bereits eine halbe Stunde vorher gibt es einen Sektempfang. Der Eintritt ist kostenlos. Eintrittskarten sind ab dem 12. Mai 2014 an der Bürgerinformation im Rathaus erhältlich.

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