Blüten, die die Welt bedeuten - das Museum im Kleihues-Bau präsentiert Luzia Simons' "Naturgeschichten"

Floral, monumental und farbenprächtig sind die Werke der brasilianischen Künstlerin Luzia Simons. Vom 21. September 2019 bis zum 12. Januar 2020 zeigt das Museum im Kleihues-Bau in der Schau "Naturgeschichten" großformatige Blütenarrangements der Künstlerin. Die Ausstellung ist freitags bis sonntags von 11 Uhr bis 18 Uhr zu sehen.

Die Künstlerin verknüpft in ihren Kompositionen die Naturgeschichten verschiedener Kontinente auf geheimnisvolle Weise und präsentiert sie in leuchtenden Farben. Simons ist eine Pionierin auf dem Gebiet der künstlerischen Technik des Scannogramms. Dabei handelt es sich um eine innovative Arbeitsweise, bei der mittels eines Scanners fantastische, illusionistische Bilder erzeugt werden. Anders als bei einer Fotografie, bei der jene Bereiche, die außerhalb des Fokus liegen, schemenhaft werden, ist ein Scannogramm flächendeckend tiefenscharf. Bei der Komposition ihrer Werke überlässt Simons nichts dem Zufall. Die Künstlerin erschafft in ihren Blütenarrangements skulptural anmutende Formen, deren dreidimensionale Wirkung durch den dunklen Hintergrund noch hervorgehoben werden. Sie erweckt damit den Anschein, als befänden sich die Blumen in einem Objektkasten, zum Greifen nahe - als Inszenierung von Schönheit und Vergänglichkeit. Simons selbst bezeichnet diese Technik als "Digitalen Barock" und schlägt damit eine Brücke zum Goldenen Zeitalter der niederländischen Stilllebenmalerei des 17. Jahrhunderts.

In der Werkreihe "Mil Flores" treten die Blumenarrangements vor den Hintergrund der spätgotischen Tapisserien der Millefleurs. Die prachtvollen Wandteppiche übertragen die floralen Motive von einer Epoche in die andere - die zukunftsorientierte Technik des Scannogramms findet den Weg zurück in die kulturelle Vergangenheit. Simons vollzieht zudem den weltumspannenden Kulturtransfer mit Hilfe eindrucksvoller Darstellungen der Flora des Amazonas und der Vegetation des Atlantischen Regenwalds. Diese werden in der Ausstellung mit Aquarellen, Objekten und Werken, die aus performativen Arbeiten der Künstlerin heraus entstanden sind, kombiniert und erzählen zahlreiche Naturgeschichten der facettenreichen Künstlerin.

Begleitend zur Ausstellung findet im gesamten Zeitraum ein umfangreiches Programm statt. Neben Kuratorenführungen und verschiedenen Workshops für unterschiedliche Altersgruppen gibt es auch spezielle Angebote für Schulklassen. Das Team des Museums im Kleihues-Bau freut sich auf zahlreiche Besucherinnen und Besucher.

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