Einen neuen Weg geht die Stadtverwaltung bei der Vereinbarung von Impfterminen. Foto: Pixabay

Kreative Lösung bei Vereinbarung von Impfterminen

Einen kreativen Weg geht die Stadt Kornwestheim, damit ältere Menschen möglichst rasch einen Termin für die Schutzimpfung gegen Corona bekommen. Denn nicht nur der Impfstoff ist rar. Vielmehr steckt das System, über das Termine gebucht werden können, voller Tücken.

Das mussten auch die drei Mitglieder des Serviceteams der Stadt Kornwestheim feststellen, das seit dem 18. Januar 2021 im Einsatz ist, um Termine im Kreisimpfzentrum zu vereinbaren. Pro Tag und Handy können nämlich nur drei sogenannte Vermittlungscodes generiert werden. Da jedem Mitarbeiter nur ein Handy zur Verfügung steht, ist das Limit schnell erreicht.

Neun Codes am Tag sind angesichts der großen Nachfrage viel zu wenig. Denn bisher haben sich zirka 800 impfberechtigte Seniorinnen und Senioren bei der Stadt gemeldet.

Wie lässt sich dieses Problem lösen? Michael Siegel, Leiter des Fachbereichs Recht, Sicherheit und Ordnung, der dieses Hilfsangebot koordiniert, hatte eine zündende Idee. Er bat die Beschäftigten der Stadt Kornwestheim um Unterstützung. "Ich würde mich freuen, wenn Sie für uns mit Ihrem privaten Handy einige Vermittlungscodes anfordern würden", richtete er sich an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung und erläuterte gleichzeitig das Procedere.

Aufruf an Beschäftigte hat Erfolg

Der Aufruf zeigte Erfolg. Innerhalb von 24 Stunden sind auf diese Weise 130 Vermittlungscodes generiert worden. Diese können zur Vereinbarung eines Impftermins eingesetzt werden, sobald dies möglich ist. Auch Mitglieder des Gemeinderates haben sich in der jüngsten Sitzung am Donnerstag dazu bereit erklärt, ihren Beitrag zum Gelingen dieser Aktion zu leisten. Sie wollen mit ihren privaten Handys jetzt ebenfalls Vermittlungscodes erzeugen und dem Corona-Serviceteam zur Verfügung stellen.

Begeistert über diese Welle der Solidarität zeigt sich Oberbürgermeisterin Ursula Keck. "Für mich wird dadurch wieder einmal deutlich, wie eng der Zusammenhalt in unserer Stadt ist", sagte sie. Dass sich bereits zirka 800 ältere Menschen bei der Stadt gemeldet haben, mache zudem deutlich, wie sinnvoll und nötig dieses Angebot sei. Sie bittet die Seniorinnen und Senioren allerdings um Geduld. Wegen des fehlenden Impfstoffs stehen nur wenige Termine zur Verfügung stehen. Die Anruferinnen und Anrufer werden auf eine Warteliste gesetzt, die nach und nach abgearbeitet wird.