So sieht die Planung für die Variante 1d aus.

Planerischer Startschuss für Schul-Rochade ist gefallen

Ein zukunftsweisendes Projekt, das die Schullandschaft in Kornwestheim neu gestalten wird, hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung auf den Weg gebracht. Mit 52,7 Millionen Euro werden die Kosten beziffert, die von der Stadt Kornwestheim für Neubau- und Umbaumaßnahmen an Schulen getragen werden.

Damit steht fest, dass die Variante 1d realisiert werden soll. Das bedeutet, dass der Standort, an dem sich bereits die Theodor-Heuss-Realschule befindet, zu einem Schulcampus mit drei verschiedenen Schularten (Realschule, Gemeinschafts- und Grundschule) ausgebaut wird. Mit dieser Lösung wird der künftigen Stadtentwicklung Rechnung getragen. Aufgrund der hohen Bedeutung, die diese Entscheidung für die kommenden Jahre und Jahrzehnte hat, war eine namentliche Abstimmung des Gemeinderates beantragt und durchgeführt worden. Schließlich stimmten 19 Mitglieder für den Vorschlag der Verwaltung, sieben Kommunalpolitikerinnen und -politiker sprachen sich dagegen aus.

Mit der Entscheidung im Gemeinderat ist der Schlusspunkt hinter einen langen, intensiven und durchaus auch kontroversen Diskussionsprozess gesetzt worden. Seit mehr als drei Jahren beschäftigen sich Verwaltung und Politik mit der Schulentwicklungsplanung. Wie sieht die Schullandschaft in Kornwestheim in 30, 40 oder 50 Jahren aus? Diese Frage hatte zuletzt bei einer gut besuchten Bürgerinformationsveranstaltung im Kultur- und Kongresszentrum Das K im Fokus gestanden. Dort hatte Kornwestheims Oberbürgermeisterin Ursula Keck die drei Varianten vorgestellt, die am Ende des langen Planungsprozesses in die engere Wahl gekommen waren. Hubert Haaga, der Leiter des Staatlichen Schulamtes Ludwigsburg, und der Vertreter des Regierungspräsidiums Stuttgart unterstützten ausdrücklich den Verwaltungsvorschlag, die Variante 1d. Dabei handelt es sich um die Variante, die auch mehrheitlich von den am Entscheidungsprozess beteiligten Schulleitern getragen wird.

„In die Entscheidung sind vor allem pädagogische Aspekte eingeflossen“, weist Kornwestheims Oberbürgermeisterin Ursula Keck auf die intensive Zusammenarbeit und den Austausch mit den Schulrektoren hin. Deshalb handelt es sich bei der Variante 1d auch keineswegs um die Planungen, deren Realisierung am wenigsten kostet. Vielmehr waren hier die pädagogischen Aspekte überzeugend. Der Umzug der Philipp-Matthäus-Hahn-Gemeinschaftsschule auf den Campus Ost biete den Vorteil für flexible Raumlösungen beider Schulen. Synergieeffekte verspricht man sich durch die gemeinsame Nutzung von Fachräumen.

Ausgangspunkt für die Schulentwicklungsplanung waren Prognosen der Schülerzahlen: Im Schuljahr 2025/26 wird es demnach zirka 300 Grundschüler mehr geben als im Schuljahr 2016/17, diese Entwicklung wird sich mit entsprechender zeitlicher Verzögerung an den weiterführenden Schulen fortsetzen. Konkret bedeutet dies, dass zunächst eine neue dreizügige Grundschule und zusätzliche Züge an den weiterführenden Schulen, insbesondere an der Realschule, benötigt werden.

Was beinhaltet die Variante 1d Campus-Ost?

Die Realschule im Osten des Stadtgebietes wird erweitert und erhält einen Anbau. Darüber hinaus wird dort ein Neubau errichtet, in den eine Grundschule einziehen wird. Diese soll zweizügig an den Start gehen, aber die Option bieten, bei Bedarf auf drei Züge zu erweitern. In einem weiteren Neubau auf dem Campus Ost wird die Philipp-Matthäus-Hahn-Gemeinschaftsschule untergebracht. Ihren bisherigen Standort in der Stadtmitte wird sie aufgegeben, in das Gebäude werden vielmehr die Schülerinnen und Schüler des Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrums (SBBZ) einziehen. Die Eugen-Bolz-Grundschule wird um einen Zug erweitert und künftig über drei Parallelklassen verfügen. Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass am Standort Campus Mitte mit der dreizügigen Grundschule, dem SBBZ und dem Ernst-Sigle-Gymnasium nach der Umsetzung der Planungen zirka 1100 Schülerinnen und Schüler unterrichtet werden. Der Campus Ost wird für den Unterricht von zirka 1300 Kindern und Jugendlichen konzipiert.