Museum im Kleihues-Bau: Neue Ausstellung widmet sich der Farbe als Gestaltungselement

"Spektren" ist der Titel der Ausstellung des Fotografen Adrian Sauer, die vom 25. Mai 2019 bis zum 8. September 2019 im Museum im Kleihues-Bau präsentiert wird. Die Schau kann freitags bis sonntags von 11 Uhr bis 18 Uhr besucht werden. Darüber hinaus bietet das Museum im Kleihues-Bau für Gruppen und Schulklassen nach vorheriger Anmeldung Sonderöffnungszeiten an.

Die scheinbar unendliche Welt der Farbe, eines der wichtigsten Gestaltungselemente überhaupt, ist Mittelpunkt der Werke von Adrian Saur. Der Leipziger Fotograf beruft sich in seinen Arbeiten auf den RGB Farbmodus. Dabei wird die Wahrnehmung einzelner Farbtöne durch das Mischen der drei Grundfarben Rot, Grün und Blau nachgebildet.

Von Aristoteles und Platon über Newton und Goethe bis zu Wittgenstein haben Philosophen und Wissenschaftler daran gearbeitet, Farbe zu verstehen und zu kategorisieren. Daraus ist eine Reihe von Systemen und Theorien entstanden, Farben anhand von Lichtbrechung und deren Wellenlängen zu berechnen. Farbbänder, die aus Licht unterschiedlicher Frequenzen bestehen, nennt man in der Optik "Spektren" - namensgebender Titel der Ausstellung.

Sauer spielt in seinen Arbeiten mit der Farbe als Sinnesreiz, der aus einer Lichtquelle ins Auge fällt und dort das farbige Sehen hervorruft. Die digital bearbeiteten Fotografien bieten einen ungewöhnlichen und neuen Blickwinkel auf die Gestaltungsmittel Farbe und Licht. Dadurch spielt der Fotograf auch mit dem kunsthistorisch wertvollen Bildmotiv der sich verändernden Wolkenformationen. Adrian Sauers Himmelsbilder lassen die räumliche Ausdehnung und Vielgestaltigkeit möglicher Himmel erahnen. Sie beschreiben den unendlichen Wechsel der Farben und Formen, der sich am Himmel ereignet. Von jeder Himmelskonstellation entstehen durch die Verschiebung des RGB Farbmodus zwei Versionen eines Fotos, eine positive und eine negative. Das scheinbar unmögliche Erschaffen eines Bildnegativs im Zeitalter der digitalen Fotografie wirft die Frage nach den zulässigen Mitteln der bildreflexiven Fotografie und nach der bildnerischen Wahrheit im Auge des Betrachters auf.

Als Teil des Begleitprogramms zur Ausstellung werden regelmäßige Kuratorenführungen angeboten. Zudem sind spezielle Aktionen für Schulklassen und Familien und ein Fotospaziergang geplant.

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