Das Jugendzentrum: Ein Ort, an dem jeder willkommen ist

Bei einer Fahrradtour hat Anton das Jugendzentrum (JuZ) in Kornwestheim kennengelernt. Heute verbringt der 21-Jährige fünf Nachmittage in der Woche im JuZ und man merkt sofort, dass er sich dort sehr wohl fühlt. Vor sieben Monaten flüchtete Anton zusammen mit seinen Eltern aus der Ukraine nach Deutschland. Damit ist er einer der Geflüchteten, die durch das JuZ einen besseren Anschluss in ihrer neuen Heimatstadt gefunden haben.

Der 21-jährige Anton fühlt sich im JuZ wohl und freut sich über die Angebote, die dort auf ihn warten.

Als er in Kornwestheim ankam, konnte er noch kein Wort Deutsch. Das sieht heute ganz anders aus. Mittlerweile führt er ganze Gespräche auf Deutsch. „Das JuZ hilft mir auf jeden Fall besser mit der deutschen Sprache zurechtzukommen“, erzählt Anton. Vormittags besucht der gebürtige Ukrainer immer einen Deutsch Sprachkurs. Wenn er nachmittags im JuZ ist, kann er sich in entspannter Runde mit Gleichgesinnten austauschen und lernt dabei die Sprache ganz nebenbei. „Wenn ich irgendwelche Fragen habe, kann ich sie hier immer stellen und mir wird geholfen“, freut sich Anton. Sein Ziel ist es, das Sprachlevel C2 zu erreichen, damit er an einer deutschen Universität studieren kann. Dort möchte er nämlich einen Master in Ingenieurmechanik absolvieren.

Die Vielfalt ist Programm

Im JuZ hat Anton auch andere junge Menschen kennengelernt, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben wie er. Denn im JuZ treffen viele verschiedene Kulturen und Nationen aufeinander. „Auf 500 Quadratmetern haben wir Platz für jeden. Das JuZ steht allen Jugendlichen offen, ganz egal welcher Herkunft. Dafür steht auch unser Offener Treff“, sagt Maria Eisl, Sozialpädagogin im JuZ. Auch wenn die Jugendlichen Hilfe bei Bewerbungen oder sonstige Tipps brauchen, stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des JuZ gerne zur Verfügung.

Anton ist dankbar für das tolle Angebot im JuZ, so gibt es einfach immer was zu tun. Seine Zeit verbringt er am liebsten im Musikraum, wo er sich neue Stücke auf der Gitarre beibringt, oder in der Werkstatt. Denn handwerklich begabt ist der junge Ukrainer auf jeden Fall. Vor wenigen Monaten hat er als Projekt zusammen mit jüngeren Kindern aus verschiedenen Materialien einen Bogen gebaut und war anschließend mit ihnen Bogenschießen. Außerdem hat er ein leuchtendes JuZ-Schild aus Metall geschweißt, das jetzt über der Theke hängt. Auch Tischtennis und Tischkicker spielt er gerne oder unterstützt das JuZ-Team im Allgemeinen. „Anton ist eine unglaubliche Bereicherung für uns. Er hat eine Menge Talent und wir können immer wieder etwas von ihm lernen“, freut sich Eisl.

„Wir haben kein spezielles Konzept für Integration, aber das brauchen wir hier auch gar nicht. Es ist ein angenehmes Miteinander“, berichtet Eisl. „Sollte es doch mal zu Sprachbarrieren kommen, können wir uns auch mit Händen und Füßen verständigen oder die Jugendlichen versuchen es mit Englisch. Hier kann jeder so sein, wie er ist."

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