Artenschutz und Artenvielfalt

Die Zerstörung von Lebensräumen, ein hoher Nutzungsdruck, der Einzug gebietsfremder Arten und die Folgen des Klimawandels machen unseren einheimischen Tier- und Pflanzenarten schwer zu schaffen. Unser Ziel ist es deshalb, die heimische Artenvielfalt, verbunden mit ihren besonderen Lebensräumen, zu schützen und zu erhalten. Dabei befassen wir uns mit Schutz, Pflege und Entwicklung der spezifischen Lebensräume. Eine besonders große Bedeutung kommt den streng geschützten Arten zu, für die wir Schutzkonzepte entwickeln und umsetzen oder im Rahmen der Bauleitplanung geeignete Lebensräume ausweisen und sichern.

Mehr zur biologischen Vielfalt: www.bfn.de/0304_fakten.htm

Artenschutzrecht
Geregelt ist der Artenschutz im Bundesnaturschutzgesetz. Es untersagt, besonders oder streng geschützte Tier- und Pflanzenarten absichtlich zu stören, zu töten oder zu beeinträchtigen. Die Lebensräume der geschützten Arten, wie Nist-, Brut-, Wohn- oder Zufluchtsstätten, stehen ebenfalls unter Schutz. Für die streng geschützten Arten und die europäischen Vogelarten gelten darüber hinaus weitere Vorschriften: Sie dürfen während der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Mauser-, Überwinterungs- und Wanderungszeiten nicht erheblich gestört werden. In verschiedenen Richtlinien der Europäischen Union (FFH-Richtlinie Anhang IV, europäische Vogelschutzrichtlinie, EU- Artenschutzverordnung) oder der Bundesartenschutzverordnung sind die besonders oder streng geschützten Tier- und Pflanzenarten aufgelistet.

Besonders geschützt sind u.a. alle europäischen Vogelarten, fast alle heimischen Säugetierarten, alle heimischen Amphibien, Reptilien, Libellen, Wildbienen- und Hummelarten und Hornissen, viele Käfer- und Schmetterlingsarten sowie viele Pflanzenarten.

Link zum Informationssystem Zielartenkonzept Baden-Württemberg (ZAK)


Bauen und Artenschutz

Bei allen baulichen Vorhaben, unabhängig davon, ob sie baugenehmigungspflichtig sind oder nicht, sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz (§ 44) artenschutzrechtliche Belange zu beachten. Der Bauherr/die Bauherrin darf nicht gegen die geregelten Verbote zum Artenschutz verstoßen, die unter anderem für alle europäisch geschützte Arten gelten (z.B. für alle einheimischen Vogelarten, alle Fledermausarten, Kammmolch, Kleiner Wasserfrosch, Laubfrosch, Kreuzkröte, Zauneidechse).

Maßnahmen an Gehölzen (Bäume, Sträucher, etc.) dürfen deshalb nur dann vorgenommenwerden, wenn keine geschützte Arten oder von ihnen belegte Fortpflanzungs- und Ruhestätten dadurch beeinträchtigt werden. Dies gilt vor allem in der jährlichen Hauptbrutsaison von Mitte März bis Mitte Juli, aber auch außerhalb dieses Zeitraumes. Die ebenfalls besonders bzw. streng geschützten Fledermäuse können sich auch in den Wintermonaten in Baumhöhlen oder Gebäudeteilen aufhalten.

Unmittelbar vor Durchführung der beabsichtigen Maßnahme muss deshalb überprüft werden, ob belegte Fortpflanzungs- und Ruhestätten betroffen sind. Grundsätzlich sollten Störungen in der Brutsaison, gerade auch wenn Gebäude abgebrochen, saniert oder neu gebaut werden sollen, vermieden werden. Wenn die Durchführung einer beeinträchtigenden Maßnahme dennoch unvermeidbar ist, und Anhaltspunkte (Nistmaterial, Kotspuren usw.) bestehen oder Tiere beobachtet werden, ist eine rechtzeitige vorherige Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde beim Landratsamt Ludwigsburg erforderlich.

www.landkreis-ludwigsburg.de/deutsch/buerger-info/umwelt/naturschutz/ansprechpartner


Mit Bienen, Wespen und Hornissen leben

Kein Grund zur Panik, denn die schwarz-gelben Insekten sind in der Regel friedlicher als allgemein angenommen. Wie die Tiere leben und was beim Umgang mit ihnen beachtet werden sollte, darüber informiert das untenstehende Faltblatt.

Download Faltblatt

 

Weitere ausführliche Informationen im Umgang mit Wespe, Hornisse & Co.. finden Sie hier

 

 

 


Internationaler Artenschutz

Besonders geschützte Arten sind vor einer bestandsbedrohenden Gefährdung zu bewahren. Für lebende und auch für tote Tier- und Pflanzenarten sowie deren Teile oder Erzeugnisse aus ihnen gelten besondere Schutzbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr sowie für den innergemeinschaftlichen Handel nach dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA) und den EG-Verordnungen Nr. 338/97 und Nr. 865/2006. Grundsätzlich gilt ein nationales Tötungs-, Naturentnahme-, Besitz- und Vermarktungsverbot für alle besonders geschützten Arten nach dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG). Der Besitz oder Handel der Arten oder Produkte aus ihnen ist verboten.

Artenschutzbank
Informationen zum Schutzstatus aller international und national besonders geschützten Tier- und Pflanzenarten finden Sie in der Artenschutzdatenbank des Bundesamtes für Naturschutz in Bonn.

www.wisia.de

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