Beim Selbstbehauptungskurs im JuZ lernen Mädchen sich zu wehren

Von Januar bis Februar 2018 hat im JuZ ein Selbstbehauptungskurs speziell für Mädchen stattgefunden. In fünf Treffen lernten die rund 20 Teilnehmerinnen sich gegen Gewalt und Respektlosigkeit zu wehren.

Möglich machte diesen Kurs der Lions Club Kornwestheim. Clubpräsident Siegfried Dannwolf sagte: „Uns ist es wichtig, dass junge Mädchen und Frauen lernen, selbstbewusst aufzutreten und sich in Gefahrensituationen zu schützen. Daher war es für uns selbstverständlich, dieses Projekt zu unterstützen.“

Die Mädchen im Alter von 10 bis 15 Jahren starteten mit allerlei Erwartungen in den Kurs. Einige wollten lernen, sich nicht so leicht provozieren zu lassen, und wissen, wie man Konflikte gewaltfrei löst. Ein paar Teilnehmerinnen versprachen sich von dem Kurs auch ein besseres Selbstbewusstsein.

Uschi Daub, die Leiterin des Selbstbehauptungskurses, besprach mit der Gruppe mögliche Szenarien und griff aktuelle Fälle aus dem Alltag der Mädchen auf. In kleinen Rollenspielen wurden die besprochenen Situationen nachgestellt und geeignete Reaktionen darauf geübt. Dazu gehörte, bei Provokationen entspannt zu bleiben sowie Abstand von unangenehmen oder streitlustigen Personen zu halten.
In einem Szenario wurden zwei Mädchen von jungen Männern in der Stadt angesprochen. Als sie weggingen, folgten die Männer ihnen. In dieser Situation übten die jungen Frauen Sätze wie: „Lass mich in Ruhe!“ oder „Halt Abstand!“ sowie ein selbstsicheres Auftreten.
Zudem lernte die Gruppe Ruhe zu bewahren, wenn sie angepöbelt oder beleidigt wird und klar zu sagen, dass sie das nicht möchten. Besonders wichtig war es Daub, den Mädchen zu vermitteln, dass es keine Schwäche ist, nicht auf Provokationen einzugehen.
Durch diese Übungen sollte die Gruppe lernen wie man sich wehrt, ohne dass die Situation eskaliert oder man sich selbst in Schwierigkeiten bringt.
Außerdem behandelten die Teilnehmerinnen den Einsatz von technischen Hilfsmitteln, wie Pfeffersprays und Taschenalarme, sowie das Hilfeholen im Ernstfall. Uschi Daub riet den Mädchen: „Setzt lieber einen Taschenalarm ein. Einen Alarm zu benutzen, traut man sich eher, bei einem Pfefferspray ist man gehemmter. Der Taschenalarm erschreckt den Angreifer und ermutigt euch, laut zu schreien. Pfeffersprays können euch entwendet und gegen euch eingesetzt werden.“

Das Highlight des Kurses war das Trainieren von Selbstverteidigungstechniken, da waren sich die Teilnehmerinnen einig. Beim Zerschlagen eines Holzbrettes erkannten die Mädchen, wie viel Kraft in ihnen steckt. Ihre Stärke bewiesen sie auch beim Üben von Tritten und Befreiungstechniken. Dabei wies Uschi Daub auch auf die rechtlichen Folgen hin, die der Einsatz von körperlicher Selbstverteidigung haben kann. Sie betonte: „Bei Notwehr gilt: Nur wenn nötig und nur so viel wie nötig!“

Zum Abschluss konnten die Teilnehmerinnen ihre Gedanken zum Kurs bei einer Pizza austauschen. Ein Mädchen erzählte: „Ich habe gelernt ruhig zu bleiben, wenn mich jemand ärgert und mich nicht in Ruhe lässt. Jetzt weiß ich, wie ich in so einer Situation reagieren soll.“

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