Stadt Kornwestheim

Seitenbereiche

Wichtigen Links

Startseite 6 | Impressum | Kontakt | Inhalt 9 | Hilfe | Veranstaltungskalender    RSS-Feeds abonnieren RSS-Feeds abonnieren
Betreuung und Bildung
Betreuung und Bildung
Betreuung und Bildung
Betreuung und Bildung
Betreuung und Bildung
Stadt Kornwestheim

Aufgaben & Ziele

"Soziale Stadt"

"Soziale Stadt" ist der Kurzbegriff für ein vom Bund und den Ländern 1999 erstmals aufgelegtes Förderprogramm mit dem vollständigen Namen "Stadt- und Ortsteile mit besonderen Entwicklungsbedarf - die Soziale Stadt" (SSP).

Ziel dieses Bund-Länder-Programms ist die strukturelle Erneuerung und Konsolidierung von Stadtquartieren, die in ihrer inneren Stabilität gefährdet sind. Oft handelt es sich dabei um hochverdichtete einwohnerstarke Stadtteile, die insbesondere im Hinblick auf ihre Sozialstruktur, den baulichen Bestand, das Arbeitsplatzangebot, die Ausstattung mit sozialer und kultureller Infrastruktur sowie den Zustand des städtebaulichen Umfelds erhebliche Defizite aufweisen.

Problemstruktur der Weststadt

In der Weststadt sind viele der o.g. Defizite anzutreffen oder im Entstehen begriffen. Eine der Hauptursachen dafür ist die Insellage des Quartiers. Die Weststadt ist durch die Gleisanlagen des Güterbahnhofs einerseits und die Personenbahnlinie andererseits von den übrigen Stadtteilen Kornwestheims größtenteils abgetrennt. Ebenfalls als problematisch erweist sich die außergewöhnlich hohe Siedlungsdichte mit rund 100 Einwohnern pro Hektar.

Insgesamt leben im Sanierungsgebiet Weststadt rund 5.400 Menschen auf einer Fläche von etwa 53 Hektar. Dabei beträgt der Anteil der ausländischen Bewohnerinnen und Bewohner knapp 40%. Besonders hoch ist der Ausländeranteil der Kinder und Jugendlichen im Gebiet. Sowohl von der deutschen als auch von der ausländischen Bevölkerung wird befürchtet, dass die konzentrierte Ansiedlung ausländischer Familien in der Weststadt zur Störung des nachbarschaftlichen Zusammenlebens führt und somit eine Integration erschwert und Fremdenhass aufkeimen lässt.

Hinzu kommt, dass der Anteil der Arbeitslosen und Sozialhilfeempfänger in der Weststadt über dem Durchschnitt der Gesamtstadt liegt. Hieraus ergibt sich ein zusätzliches Konfliktpotenzial mit weiteren negativen Folgen: Sozial besser gestellte Bewohner verlassen die Weststadt und weitere sozial Benachteiligte ziehen zu (so genannte Segregation).

Auch die Beschaffenheit und Lage der Gebäude in der Weststadt wirken dieser negativen Entwicklung nicht entgegen. Die Wohnungen der Eisenbahn-Siedlungsgesellschaft, der Landes-Bau-Genossenschaft sowie der Bezirksbaugenossenschaft Altwürttemberg, die zusammen einen Großteil des Bestandes in der Weststadt ausmachen, befinden sich überwiegend in Hochhäusern sowie in mehrgeschossigen Wohnblöcken und entsprechen nicht mehr der heutigen Wohnnachfrage.

Zusammen mit den übrigen Privatwohnhäusern werden etwa 90% des gesamten Gebäudebestandes im Sanierungsgebiet Weststadt fast ausschließlich für Wohnzwecke genutzt. Diese einseitige Nutzung steht im direkten Zusammenhang mit einem Mangel an Einrichtungen des täglichen Bedarfs bzw. in der ortsnahen Grundversorgung der Bewohnerinnen und Bewohner.

Darüber hinaus gibt es kaum Spiel-, Sport- und Freizeitflächen für Kinder und Jugendliche in der Weststadt. Es existiert nur ein öffentlicher Spielplatz an der Bebelstraße.

Unterstützung vom Bund und Land Baden-Württemberg

Um wirksam gegen solche Missstände vorzugehen und vor allem die notwendigen Mittel hierfür aufbringen zu können, stellte die Stadt Kornwestheim bereits 1999 für die Weststadt einen Antrag auf Aufnahme in das Bund-Länder-Sanierungsprogramm "Die Soziale Stadt".

Mit der weiteren Vorbereitung der Antragsstellung wurde im Februar 2000 die Wüstenrot Haus- und Städtebau GmbH in Ludwigsburg als Sanierungsbetreuer beauftragt. Nach erfolgloser Antragsstellung für das Programmjahr 2000 konnte eine Aufnahme der Weststadt für das Programmjahr 2001 erreicht werden.

Der Förderzeitraum erstreckt sich bis Ende 2009 mit einem Förderrahmen von insgesamt 3.664.000 Euro. Die Anteilsfinanzierung von Bund und Land beläuft sich auf 60% (2.198.400,00 €), so dass die Stadt Kornwestheim einen Komplementäranteil von 1.465.600,00 € zu erbringen hat.

Die über das Förderprogramm bereitgestellten Mittel stehen der Stadt ausschließlich für die Vorbereitung und Durchführung investiver Maßnahmen zur Verfügung. Das heißt, dass die Gelder nur in solche Vorhaben fließen dürfen, die sich letztlich in baulichen Veränderungen niederschlagen. Projekte ohne investitionsvorbereitenden bzw. -fördernden Charakter werden nicht bezuschusst.

Es besteht jedoch die Möglichkeit, nicht-investive Maßnahmen - also Projekte, die im Ergebnis zu keinen Investitionen in den Gebäudebestand oder öffentliche Erschließungs- und Freizeitanlagen führen - mittels ergänzender Förderprogramme ins Leben zu rufen und zu betreiben. Hierzu hat die Stadtverwaltung im Juni 2003 einen Antrag auf Aufnahme in das EU-Förderprogramm LOS (Lokales Kapital für soziale Zwecke) gestellt, mit dem Kleinprojekte im sozialen Bereich mit maximal 10.000,00 € je Projekt gefördert werden können.

Projektziele der "Sozialen Weststadt"

Die Ziele, die mit dem Projekt "Soziale Weststadt" erreicht werden sollen, leiten sich aus den oben aufgezeigten Problemen ab und wurden in einem integrierten Handlungskonzept zusammengefasst. Insgesamt soll im Rahmen der "Sozialen Stadt" eine Aufwertung der Weststadt sowohl durch investive - z.T. nur gestalterische Maßnahmen - als auch soziale Projekte herbeigeführt werden.

Neben der besseren Anbindung der Weststadt an die Kernstadt wird die Schaffung von ablesbaren Quartierseinheiten mit einer eigenständigen Charakteristik und einem höheren Durchgrünungsanteil angestrebt. Insbesondere in der Aufwertung des öffentlichen Raumes (Spielplätze, Straßengestaltung etc.) sowie von gemeinschaftlich genutzten privaten Flächen (Innenhofbereiche, Abstandsgrün zwischen den Wohnblöcken bzw. –zeilen etc.) wird ein besonderer Schwerpunkt der Sanierung gesehen.

Wichtige Einzelprojekte sind z.B. die Neugestaltung des Spielplatzes an der Bebelstraße und des LBG-Spielplatzes westlich der Bolzstraße sowie die Schaffung eines weiteren Spielplatzes an der Ebertstraße und ein öffentlicher Zugang zum heutigen ESG-Sport-Gelände. Im öffentlichen Straßenraum sind Aufwertungs- und Begrünungsmaßnahmen sowie neue Parkplatzkonzepte entlang der Bolz- und Ebertstraße vorgesehen. Zusätzlich soll ein Grünordnungs- und Wegekonzept erarbeitet werden, das unter anderem die Gestaltung eines Grünzuges entlang der Güterbahnlinie im Westen und die Schaffung eines durchgehenden Radweges entlang der Stammheimer Straße vorsieht. Weiterhin soll eine Verbesserung der ortsnahen Versorgung der Bewohner mit Gütern des täglichen Bedarfs herbeigeführt werden.

Diese investiven Maßnahmen sollen durch Projekte im sozialen Bereich flankiert werden. Bereits heute wird durch die Kinder- und Jugendbetreuung der Stadt ein umfangreiches Betreuungs- und Schulungsangebot bereitgestellt. Neben einer Ganztagsbetreuung von Kindern im Vorschulalter und einer Kernzeitbetreuung der Schüler in der Eugen-Bolz-Schule findet eine erweiterte Kinder-, Jugend- und Familienarbeit durch die Mitarbeiterinnen des Bewohner- und Familienzentrums (BFZ) in der Jahnstraße und einen Streetworker statt.

Darüber hinaus bietet die Jugendabteilung des ESG-Sportvereins ein beispielhaftes Jugendprojekt als pädagogischen Ansatz zur Selbststeuerung für Kinder und Jugendliche an. Diese Angebote gilt es im Rahmen der "Sozialen Stadt" zu stärken bzw. auszubauen. Hierbei ist -nicht zuletzt vor dem Hintergrund begrenzt vorhandener Fördergelder für soziale Projekte - die Mitwirkungsbereitschaft der Bewohnerinnen und Bewohner in der Weststadt gefragt.

Nur durch deren Engagement wird es möglich sein, Projekte ins Leben zu rufen, die sich langfristig selbst tragen (z.B. in dem Bereich der Integration heute noch vielfach ausgegrenzter Bevölkerungsgruppen). Unterstützung finden solche Initiativen durch die Stadt, die beispielweise beabsichtigt, im Rahmen einer Projektwerkstatt derartige Projekte auf den Weg zu bringen.

Intensive Bürgerbeteiligung

Eine dauerhafte Stadtteilentwicklung lässt sich nicht ohne die aktive Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger sowie von Vereinen oder sonstigen Gruppierungen im Stadtteil umsetzen.

Vor diesem Hintergrund wurde bereits Anfang 2001 die "Weststadtgruppe" der Lokalen Agenda 21 ins Leben gerufen, die sich seither in regelmäßigen Abständen trifft und als Anlaufstelle für Bewohnerinnen und Bewohner dient, die dort ihre Probleme und Lösungsvorschläge zur Diskussion bringen.

Im Herbst 2001 wurden u.a. von der "Weststadtgruppe" Stadtteilspaziergänge organisiert, in deren Verlauf wesentliche Bedürfnisse und Probleme der Bürgerinnen und Bürger sowie mögliche Lösungsansätze aufgenommen werden konnten. Diese dienten auch als wertvolle Anregungen für das weitere Vorgehen bzw. Planungen im Rahmen der "Sozialen Stadt" und wurden bei der Erarbeitung des integrierten Handlungskonzeptes berücksichtigt.

Als weiterer Schritt ist die Initiierung selbsttragender Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themenschwerpunkten vorgesehen. In einer Projektwerkstatt sollen Themenfelder, die im Vorfeld durch die Bürgerinnen und Bürger angesprochen wurden, vertiefend bearbeitet werden. Ziel dabei ist es, auf die dauerhafte Bildung sich selbst tragender Arbeitsgruppen hinzuwirken. Zusätzlich ist die Einrichtung eines Sanierungsbüros im Herzen der Weststadt als Beratungs- und Anlaufstelle für interessierte Bürgerinnen und Bürger geplant.

Kontakt

Stadt Kornwestheim
Bauverwaltungsamt
Ulrike Heckel
Jakob-Sigle-Platz 1
70806 Kornwestheim
Tel.: 07154 202-8626
Fax: 07154 202-290
ulrike_heckel@kornwestheim.de

Wüstenrot Haus- und Städtebau GmbH
Alexander Gottschalch
Hohenzollernstraße 12-14
71630 Ludwigsburg
Tel.: 07141 149-268
Fax: 07141 149-160
alexander.gottschalch@wuestenrot.de

Kontakt

Stadt Kornwestheim | Jakob-Sigle-Platz 1 | 70806 Kornwestheim | Tel.: 07154 202-0 | Fax: 07154 202-8710 | E-Mail schreiben